Die neuen IVW-Zahlen sind draußen und zeigen eine interessante, wenn auch nicht unüberraschende Entwicklung im Social-Networking-Bereich. Wer-kennt-wen.de ist an den VZ-Ablegern studiVZ, schuelerVZ und meinVZ vorbei gezogen und steigt führend auf den ersten Platz der IVW-Charts. Unternehmen und die Werbebranche achten sehr genau auf diese Zahlen und sie haben in der Branche einen hohen Stellenwert.

* Liste mit freundlicher Genehmigung von Basic-thinking.de übernommen.
Medienmenschen jedoch werden wissen, dass die IVW Charts Websites lediglich anhand der Kriterien Page Impressions und Visits messen, welche eine schrecklich unmoderne und ausgelaufene Art ist, Websites und im speziellen Communities zu bewerten, und das nicht nur aufgrund der technischen Rahmenbedingungen. Denn durch die Programmierung benutzerfreundlicher Web-Oberflächen mit AJAX-Technologien wird eine Website nicht nach jedem Klick neu geladen und keine neue Page Impression generiert. Dies senkt natürlich die Anzahl der Page Impressions im Allgemeinen und stellt im Jahr 2009 keine relevante Kennzahl mehr dar. Zudem zieht das Gerangel nach Page Impressions schwarze Schafe an, die wie wild versuchen so viele Klicks wie möglich von den Nutzern zu erbeuten, durch z.B. Bildergalerien. Nur, um damit in die Spitzen der Page-Impression-Charts zu gelangen.
Bei Social Networks kommt hinzu, dass der Mensch vielmehr Mensch ist, als Rezipient von Online-Content. Denn Community-Mitglieder sind aktiver, sind vielmehr auf die Plattform konzentriert und verbringen mehr Zeit damit, als auf Seiten mit redaktionellen Inhalten. je mehr potentielle Mitglieder beispielsweise in der Werbung erreicht werden können, desto relevanter ist die Community im Ganzen.
Eine Community mit 1 Millionen Mitglieder, die monatlich 5 Mrd. Page Impressions erzeugen sind heute weitaus geringer gewichtet, als eine Community mit 5 Millionen Mitglieder, die nur 1 Mrd. Page Impressions erzeugen. Die Zahlen geben keinerlei Hinweise auf die Aktivität der Community.
In Sachen Mitgliederzahlen ist die VZ-Reihe daher nach wie vor unangefochten mit 13 Mio. registrierten Usern an der Spitze. Wobei ein direkter Vergleich mit wer-kennt-wen auch hier schwächelt. Denn wie sollen die VZ-Ableger betrachet werden? Im Ganzen oder aufgeteilt in die einzelnen Communities. Meines Erachtens muss im direkten Vergleich die Zielgruppe als relevante Kennzahl in Betracht gezogen werden. Bei studiVZ ist dies klar geregelt und wohl auch das Grundproblem. Denn mit der Aufsplittung der Zielgruppen Schüler und Studenten haben diese Networks ein klares Maximalvolumen. MeinVZ jedoch nicht und wer-kennt-wen noch weniger. Insofern muss im direkten Vergleich wer-kennt-wen gegen die komplette VZ-Gruppe antreten und verliert damit den Boden unter den Füßen.
Wer-kennt-wen steht mit 5,5 Mio Mitgliedern gegen 13 Mio VZ-Nutzern. In der Gesamtbetrachtung macht dies wer-kennt-wen aus werberelevanter Sicht durchaus uninteressanter als die VZ-Reihe. Zumal die VZ-Reihe eine viel spezifischere Zielgruppensegmentierung hat und bei wer-kennt-wen die Zielgruppe nur erahnt werden kann.
Eine wichtige Rolle im Social Networking Bereich wird facebook spielen. Ende 2008 wuchs die Mitgliederzahl auf 2 Mio, womit sie sich innerhalb eines Jahres vervierfacht hat. Diesen Wachstum haben die anderen deutschen Networks nicht. Wer-kennt-wen wuchs innerhalb eines Jahres von 2,1 auf heute 5,5 Mitglieder. Der Kampf um die Spitze der Social Networks ist also noch nicht entschieden.
Fazit:
Die IVW-Zahlen haben im Community-Bereich keine Gewichtung und sollten für finanz- und/oder werberelevante Entscheidungen nicht in Betracht gezogen werden. Für Websites mit redaktionellem Inhalt sind Page Impressions eine interessante Kennzahl, welche jedoch bewusst seitens der Redaktionen manipuliert werden.
Links zum Thema:
Basic-Thinking.de – Neue IVW Zahlen – wer-kennt-wen.de ist spitze
Schokoblogger – Aktuelle IVW-Zahlen
Horizont.net – Wer-kennt-wen.de klettert an die IVW-Spitze
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Nein.
Es steht nur der finanzielle Aspekt im Vordergrund: Werbende bezahlen oft nach dem Pay-Per-View-Verfahren, wodurch diese Websites schlicht mehr Geld verdienen, wenn die PI-Rate künstlich nach oben getrieben wird.
Ob kommerzielle Seiten in irgendwelchen Charts ganz oben stehen, das interessiert die doch nen Dreck. Was zählt ist Gewinn.
Das ist richtig. PIs sind auch für die Pay-per-view-Abrechnung wichtig.